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TFK, The Flying Koteletts, am St. Mazamba in St. Margrethen, 22. August 2009

Zeitungsbericht: „Der Rheintaler“ vom 24.08.2009

Kraftvoll vor kreischenden Teenies

Sie sind ein Phänomen: The Flying Koteletts eine Partyband, die zum Rheintal gehört wie die Turnschuhe zu Sänger Peter Giger. Am Strassenfest St. Mazamba war es wie überall, wo die «Koteletts» auftreten: Kaum waren die ersten Takte gespielt, war die Hochstimmung da.

GERT BRUDERER

St. Margrethen. Das Gefühl täuscht. The Flying Koteletts gibt es nicht schon immer wie die Rolling Stones, doch immerhin bereits seit 16 Jahren. In dieser Zeit hat sich die Band die Seele aus dem Leib gerockt. Wann immer Energiebündel Peter Giger und seine vier Kollegen loslegen, geht ein Ruck durchs Publikum oder dieses strömt sogleich, wie am Samstagabend am «St. Mazamba», eilends herbei.

Im Nu war die zuvor fast leere Wiese vor der Bühne voll, wobei einem der Grund für die anhaltende Beliebtheit der Flying Koteletts» auf Anhieb bewusst wurde: Da rockt eine Band, die Freude hat am Spielen, die der stattlichen Zahl ihrer Konzerte zum Trotz mit Leidenschaft zur Sache geht auch wenn Thomas Lüchinger wie schon vor 30 Jahren hartnäckig Coolness kultiviert.

TFK-Gigerman am St. Mazamba

Kreischende Teenies
Die «St. Mazamba»-Organisatoren konnten wie schon mit dem Rapper Stress am Freitag abend mit The Flying Koteletts nicht fehl gehen. Ganz gleich, ob das Quintett unvergängliche Hits wie «Rollin‘ on the river», «Dont’t stop», «Boat on the river» spielt oder sich neueren Songmaterials wie «This Love» von der Gruppe Maroon 5 bedient The Flying Koteletts tun genau das, was schon die frühere, von Lüchinger mitbegründete 80er-Jahre-Band Copter getan hatte: Sie fahren mit ihrer Musik «ii und ab», mit einem Sound, der, all den Coverversionen zum Trotz, doch unverkennbar ist. Kniet Peter Giger, augenzwinkernd und doch charismatisch, ganz so wie ein grosser Star, am vorderen Rand der Bühne nieder, um den Fans seine Hand entgegenzustrecken, sind die paar Reihen ganz zuvorderst aus dem Häuschen.

Teenies kreischen, wie es sich gehört. Ein wenig weiter hinten stehen 40-, sogar 60-Jährige, und flippen zwar nicht aus, sind aber sichtlich mitgerissen. Mittendrin sogar der Herr Gemeindepräsident aus Berneck, Jakob Schegg an einem Rockkonzert! Bevor The Flying Koteletts (früher als gemäss Programm, was ziemlich selten ist in einer Zeit, in der so viele Gruppen die Geduld ihres Publikums strapazieren) auf die Bühne kamen, hatte der bekannte Comedy-Singer Walti Dux mit regelrechten Wortsalven und einer bemerkenswerten Pointendichte zum Lachen oder zumindest zum Schmunzeln gebracht (auch den früheren Gemeindepräsidenten Paul Gerosa, nebenbei bemerkt) mit schrägen Einfällen, überraschenden Assoziationen und scheinbar locker gedrechselten, teils hintersinnigen Reimen. «’s geilschte Publikum und die geilschte Fete», meinte Dux, «git’s nur (wir haben es geahnt!) in St. Margrethe.»

The Flying Koteletts am St. Mazamba

Ende undenkbar
Das sei «hart verdientes Brot», meinte Flying-Koteletts-Bassist Thomas Lüchinger zur guten Leistung des Komikers. Er selbst, Lüchinger, hatte eine Stunde zuvor angemerkt, er sei «schampar nervös». Es handle sich ja um ein Heimspiel, und ein solches habe für The Flying Koteletts zwar Vorteile, aber auch Nachteile. Etwa den, dass man den guten Ruf verlieren könnte, wenn man das Konzert verpatzt. Dann aber, auf die Angespanntheit nochmals angesprochen, meinte der Bassist mit unbewegter Miene: «Ich nervös?» Ach was, er habe Spass gemacht. Soviel zur Coolness. Und noch einmal zum Erfolg der Flying Koteletts, deren Understatement und Nähe zum Publikum den Höhenflug der Band und die Hochstimmung während Konzerten gewiss begünstigen. Während die Rolling Stones ihre Langlebigkeit zu erzwingen scheinen, wirken die 16 Jahre der Flying Koteletts wie das Fazit einer fröhlichen Symbiose, deren Ende undenkbar scheint. Dass die Band in all der Zeit auch erstaunlich gereift ist, ohne sich in Perfektionismus zu verlieren, sei an dieser Stelle auch einmal gesagt. Peter Giger (Gesang, Gitarre), Thomas Lüchinger (Bass), Jürg Weder (Gitarre), Christian Petrollini (Keyboard) und Markus Tinner (Schlagzeug) haben ihren Sound verfeinert und dabei voll und ganz jene Kraft bewahrt, die ihre Konzerte nach wie vor zu einem besonderen Erlebnis machen.

Der Rheintaler

St. Mazamba

www.tfk.ch

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